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Time to see Dubai ...

Rider Deluxe
13. Juli
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Juli

Janine Weber vor dem Eingang des Al Habtoor Polo Resort & Club in Dubai
DUBAI

Empfehlung


... und dafür ließ ich mich einfach mal in die Wüste schicken.

 

Dubai war das Ziel. Eine der Aufgaben meiner deutschen Kunden bestand darin, herauszufinden, ob sich ein Pferd dort – sei es nach einem Verkauf oder einem Umzug – überhaupt wohlfühlen kann.

 


Unterstützt von einer deutschen Residentin gab es jede Menge zu entdecken. Das Klima zeigte sich im Januar mit angenehmen 25 °C von seiner besten Seite, zumal stets eine leichte Brise wehte.

 

Erste Station war der Dubai Polo & Equestrian Club. Die Anlage präsentierte sich äußerst gepflegt und ließ hinsichtlich ihres Ambientes kaum Wünsche offen. Spring- und Dressurplätze, Führanlage sowie großzügige Paddocks gehörten selbstverständlich dazu.

Zwei aktive Dressurreiterinnen mit ihren Trainern zauberten mir zwar zunächst ein Fragezeichen auf die Stirn. Doch ein goldschimmernder Lusitano zog meine Aufmerksamkeit so sehr auf sich, dass ich die Reiterin schnell vergaß – und den daneben reitenden Trainer gleich mit.

 

Auffällig waren allerdings die nahezu verwaisten Paddocks. Kein Pferd stand draußen oder schaute wenigstens neugierig aus seinem Außenfenster. Lediglich ein Pferd wurde longiert – oder besser gesagt: Es lief im Kreis, arbeitete akribisch an seinem Unterhals und drückte dabei den Rücken weg.

 

Deutlich angenehmer ließ es sich dagegen auf der Clubhausterrasse aushalten. Dort wurde ausgiebig gebruncht – mit bestem Blick auf den Springplatz.

 

Weiter ging es zum Al Habtoor Polo Resort & Club an der Wadi Al Safa 5 Emirates Road. Eine noch spektakulärere Anlage: riesig, beeindruckend und bis ins kleinste Detail scheckheftgepflegt.

 

Zahlreiche Reitplätze, perfekt eingezäunte Paddocks mit sauberem, fast weißem Sand zwischen den Stalltrakten – doch auch hier durften nur eine Handvoll Pferde dieses kleine Stück Freiheit genießen.

 

Großzügige, sattgrüne Flächen verleihen der Anlage ein ganz besonderes Flair. Der Zauber verfliegt allerdings schnell, wenn man feststellt, dass dort kein einziges Pferd grast. Die Flächen dienen ausschließlich Polo- und Springturnieren.

Mehrere hundert Boxen, unzählige Grooms, eine einzige Springreiterin beim Training – ansonsten: gähnende Leere.

 

Rundherum Villen und ein luxuriöses Resort, in dem Zweibeiner einen eleganten Fünf-Sterne-Urlaub verbringen können.

 

Die dritte Station war der Desert Palm Polo Club, nur etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum Dubais entfernt.

 

Beeindruckende Architektur, liebevoll gepflegte Gartenanlagen und eine üppige Blumenpracht schaffen ein Ambiente, in dem man sich sofort wohlfühlt. Für hochklassige Pferdesportveranstaltungen ist dieses Areal wie geschaffen.

 

Am Rand des Polofeldes warteten zahlreiche Poloponys mit ihren Grooms auf ihren Einsatz. Eine kleine Zahl an Zuschauern sorgte für eine entspannte Atmosphäre.

Und dennoch wieder dasselbe Bild: Kein einziges Pferd auf den angrenzenden Paddocks, keines blickte aus seinem Außenfenster. Man muss es nicht verstehen.

 

Alle drei Anlagen sind beeindruckend und bieten Reitern ein exklusives Umfeld. Doch stellt sich zwangsläufig die Frage: Fühlt sich dort auch ein Pferd wohl?

Wer den Anspruch an tägliche freie Bewegung, Weidegang und Gras erfolgreich ausblendet, mag diese Frage mit Ja beantworten.

 

But horse care is safe. Denn seinen Groom dürfte das Pferd hier vermutlich häufiger sehen als seinen Besitzer.

Ganz günstig ist dieser Service allerdings nicht: Mindestens 5.000 AED pro Monat – also rund 1.200 Euro – werden dafür fällig.

 

Dafür erwartet man offensichtlich auch, dass der vierbeinige Athlet blitzeblank rund 23 Stunden täglich in seiner komfortablen Box verbringt, bis der Groom ihn geschniegelt und gestriegelt seinem Reiter für eine Stunde im Sattel präsentiert.

 

Reitanlage in Dubai mit Pferd auf Paddock
Reitanlage in Dubai

Fazit

Drei beeindruckende Anlagen mit traumhaftem Ambiente – für uns Reiter.

 

Als Pferd allerdings stehe ich mir hier mindestens 23 Stunden täglich die Beine in den Bauch – und das in einer schattigen Box, während draußen die Sonne vom Himmel strahlt.

 

Was bleibt, ist die Frage, ob alle nach Dubai exportierten Pferde mit den extremen Sommertemperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit dauerhaft zurechtkommen.

 

Denn eines dürfte feststehen: Die satten, grünen Weiden, die viele Pferde aus Deutschland gewohnt sind, werden in Dubai für die meisten wohl zur Fata Morgana.


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